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Brescia – Stadt der legendären 1000 Meilen

Am 16. Juni ist es wieder so weit. In der lombardischen Stadt Brescia wird der Startschuss f?r die Mille Miglia 2021 fallen. 375 Rennsportwagen, einige rund 70, 80 und fast 100 Jahre alt, treten zum viert?gigen Stra?enrennen Brescia-Rom-Brescia an.

Zu den Schmuckst?cken, die das Mille Miglia-Publikum in diesem Jahr zu Gesicht bekommt, geh?ren mehrere Alfa Romeo 6C 1750 mit von der Designschmiede Zagato entworfener Karosserie. F?r G?nsehaut bei Liebhabern historischer Renngeschosse d?rfte auch das Wiedersehen mit Ferrari 340 America Spider Vignale und 275/340 America Scaglietti sorgen. Die Sportwagen, von den Italienern speziell f?r den amerikanischen Markt entwickelt, waren in den 1950er Jahren die leistungsst?rksten und teuersten Pferde im Ferrari-Stall. Rund 70 Jahre sp?ter treffen sie bei der Mille Miglia wieder auf eine Legende mit Stern – den Mercedes-Benz 300 SL. Gleich elf Exemplare dieses Modells gehen in diesem Jahr in Brescia an den Start, darunter ein Prototyp, den die Stuttgarter 1952 auf der 1000-Meilen-Strecke einem H?rtetest unterzogen hatten. Noch ein Vierteljahrhundert mehr haben die OM 665 „Superba“ auf dem Buckel. Mit Wagen dieses Typs hatte die italienische Autoschmiede „Officine Meccaniche“ 1927, bei der ersten Mille Miglia der Geschichte, ?ber alle Konkurrenten triumphfiert.

Nur wenige Monate zuvor, im Dezember 1926, hatten vier Automobilenthusiasten in Brescia, der nach Mailand zweitgr??ten Stadt der Lombardei, Pl?ne f?r eine Sportwagen-Leistungsschau geschmiedet, von der die Welt sprechen sollte. Rom, 800 Kilometer von Brescia entfernt, wurde als Wendepunkt auserkoren. Da die Gesamtstrecke von rund 1600 Kilometern einer Distanz von 1000 Meilen entspricht, war der Name des Rennens geboren – Mille Miglia -Tausend Meilen.

Ein Rennfahrer, der auch Operns?nger war

In den fr?hen Jahren dominierte Alfa Romeo die j?hrliche Leistungsschau. Fast die H?lfte der zwischen 1927 und 1957 ausgetragenen Mille Miglia-Rennen entschied die Mail?nder Autoschmiede f?r sich. Auch dank waghalsiger Piloten wie Giuseppe Campari, der nicht nur Rennfahrer, sondern Operns?nger war. Nach dem Weltkrieg geschuldeter Zwangspause wurde die Rennserie 1947 fortgesetzt, obgleich die Stra?en in schlechtem Zustand und Gummireifen Mangelware waren. Zehn Jahre sp?ter traten die Piloten zur letzten Mille Miglia alten Zuschnitts an. Nach tragischen Unf?llen wurde das Stra?enrennen verboten. 1977 wurde die Mille Miglia neu aufgelegt – als Parade historischer Autotypen, die zwischen 1927 und 1957 mindestens einmal in Brescia an den Start gegangen waren.

Inzwischen hat sich die Veranstaltung ein neues Logo gegeben. Mille Miglia schreibt sich 1000 Miglia und will 2021 auch wieder Leistungsschau automobiler Innovationen sein. Unter dem Motto „Crossing the Future“ pr?sentieren sich Fahrzeuge mit Elektroantrieb, Supercars und Hypercars auf einem extra eingerichteten Parcours. F?r die historischen Sportwagen dagegen geht es bei der 1000-Meilen-Fahrt l?ngst nicht mehr um Geschwindigkeitsrekorde, sondern um die Zuverl?ssigkeit einer gut gepflegten Antriebstechnik, um Fahrgeschick und ums Sehen-und-Gesehen-Werden. Bevor sich die Sieger am 19. Juni in Brescia k?ren lassen, wird auch die 1000 Miglia 2021 einen Abstecher an den Gardasee machen. In den eleganten Badeorten Sirmione am S?dufer und Salo am Westufer werden sich Autos und Fahrer bejubeln lassen.

Sightseeing in und um Brescia

F?r Teilnehmer und Zuschauer ist die Mille Miglia immer auch ein Anlass, in Brescia auf Erkundungstour zu gehen. In einem ehemaligen Kloster residiert das Mille Miglia Museum, wo Besucher dem Enthusiasmus der Rennpioniere f?r die gro?e Freiheit auf vier Reifen nachsp?ren k?nnen. Die vibrierende Gro?stadt wartet aber noch mit anderen Sch?tzen auf. Stolz sind die Brescianer auf ihre Vittoria Alata, eine gro?formatige Bronzefigur aus dem 1. Jahrhundert.

Nach ihrer Restaurierung kann man die gefl?gelte Siegesg?ttin nun wieder im Kapitolinischen Tempel bewundern. Der Tempel ist Teil des Arch?ologischen Parks, des gr??ten seiner Art in Norditalien, der Brescias Vergangenheit als antike r?mische Stadt Brixia aufleben l?sst. Zum UNESCO-Welterbe geh?rt der Park ebenso wie der benachbarte Ausstellungskomplex Santa Giulia mit Resten r?mischer Domus, Kirchen und Kreuzg?ngen und einem Meisterwerk langobardischer Goldschmiedekunst.

Zu kulinarischen Entdeckungen laden die quirlige Stadt, in der die italienische Aperitif-Kultur zelebriert wird wie nirgendwo sonst, und ihr vielseitiges Umland gleicherma?en ein. Quasi vor der Haust?r liegen Garda-, Idro- und Iseosee, das Weingebiet Franciacorta, die Voralpent?ler Val Trompia, Val Sabbia und Val Camonica. Fisch, Oliven?l, K?se, Wein – ?berall locken authentische Gen?sse. Selbstverst?ndlich macht es Spa?, die Gegend in einem schmucken Oldtimer zu erkunden. Brescias Umland empfiehlt sich aber auch als exzellentes Fahrrad-Terrain.

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