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Schritt für Schritt raus aus der Krise

Vertreter der DEHOGA L?beck schilderten dem Bundespr?sidenten ihre Erfahrungen und die Auswirkungen der Pandemie auf Tourismus, Hotellerie und Gastronomie in der Region

Wie hat die Corona-Krise eine ganze Branche getroffen? Was haben die vergangenen Monate in den Menschen in L?beck und dem Umland ausgel?st, die mehrheitlich vom Tourismus, der Hotellerie und Gastronomie leben und zum ?Nichtstun? verurteilt waren? Bei einer Wanderung unter dem Titel #schrittf?rschritt und einem Mittagessen im Waldhotel M?ggenbusch schilderten Vertreter der DEHOGA L?beck dem Bundespr?sidenten Frank-Walter Steinmeier ihre ganz pers?nlichen Erfahrungen in der Pandemie und ihre W?nsche f?r die Zukunft ? mit Fakten fundiert, oft in der Sache kritisch und manches Mal begleitet von Emotionen.?
?Die Stimmung beim Tischgespr?ch war gepr?gt von sehr viel Empathie durch den Bundespr?sidenten und seine Frau, die sehr interessiert an unseren Erfahrungen waren?, res?mierte der?DEHOGA-Kreisvorsitzende Frank Denker nach dem Treffen, an dem auch der Ministerpr?sident des Landes Schleswig-Holstein Daniel G?nther teilnahm. Selbst die kritischen T?ne wurden dankbar angenommen. So wies Frank Denker auf den meist zu kurzfristigen und unvollst?ndigen Informationsfluss von Seiten der Politik und der Entscheidungstr?ger in der Krise, wie erst j?ngst bei der Wiederer?ffnung der Au?engastronomie, hin. ?Auch die f?r uns alle so ?berlebenswichtigen ?berbr?ckungshilfen gestalteten sich ? insbesondere in der Antragstellung ? oft zu kompliziert, so dass selbst gestandene Steuerberater Schwierigkeiten hatten?, betonte der langj?hrige DEHOGA-Kreisvorsitzende gegen?ber dem Bundespr?sidenten.?
Hilfreich auf dem Weg durch die Krise empfand Birgitt B?chner, Hotelleiterin Hotel Jensen L?beck, das Instrument des Kurzarbeitergeldes (KUG), dass?Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleicherma?en geholfen hat. ?Dennoch haben die 60 beziehungsweise 67 Prozent des Nettogehaltes am Anfang gerade gereicht, um die laufenden Kosten zu decken, jedoch f?r den Lebensmitteleinkauf blieb da nicht mehr viel ?brig?, erkl?rte die Hotelleiterin. Sie regte an, f?r ihre Branche beim Auslaufen des KUGs eine Art dreimonatiges Saison-KUG einzuf?hren. Damit k?nnte der Unternehmer diese Monate individuell einsetzen, je nachdem, wo bei ihm der saisonale Umsatzeinbruch ist.?
Dar?ber hinaus wies sie darauf hin, dass der so genannte ?Progressionsvorbehalt? im Steuerrecht viele Mitarbeiter in existentielle Bedr?ngnis bringen k?nnte, da am Jahresende ihr Kurzarbeitergeld zum Jahreseinkommen hinzugerechnet werde. Daraufhin sicherte der Bundespr?sident zu, die Thematik mit dem Bundesfinanzministerium zu er?rtern.
Als Kreisausbildungswart und Hoteldirektor des Holiday Inn L?beck sprach Christian Schmidt mit dem Bundespr?sidenten ?ber die Situation der Auszubildenen in der Corona-Zeit.? ?Viele finanziell stark angeschlagenen Betriebe mussten sogar ihre Azubis in Kurzarbeit schicken und konnten keine regelm??igen?operativen und fachbezogenen Schulungen im Hotel oder Restaurant durchf?hren?, sagte Christian Schmidt. ?Wie soll ein Koch-Azubi sein Handwerk lernen, wenn er ein Jahr lang nur Fachtexte und Videos ?ber das Kochen erh?lt und keinerlei praktische Erfahrung in der Zubereitung hat?? So sprechen Branchenkenner schon von einem verlorenen Jahrgang. ?Die Hotellerie und Gastronomie leidet seit langem unter dem Fachkr?fte-Mangel und nun fehlt dem Nachwuchs auch noch das Wissen. Das wird nun eine Mammut-Aufgabe, vor der wir alle stehen?, betont der Hotelier, der auch auf die bereits stattgefundene Abwanderung von Mitarbeitenden in andere Branchen hinwies. ?Nicht nur die Verminderung des Arbeitslohnes durch das Kurzarbeitergeld war f?r die Mitarbeiter ein schwerer Schlag, sondern auch der Wegfall aller Trinkgelder.?
Bei der anschlie?enden Wanderung konnte der Barbetreiber Clemens Dietrich den Bundespr?sidenten auch f?r die Anliegen der ?Deutschen Barkeeper Union e. V.? sensibilisieren. Mit Interesse und Erstaunen nahm Frank-Walter Steinmeier dabei zur Kenntnis, dass eine Kollegin von Dietrich bisher mit Bitten um einen Austausch mit der Branche und Vorschl?gen f?r L?sungen im politischen Berlin auf wenig Geh?r gesto?en ist. Ilona Jarabek, Gesch?ftsf?hrerin MUK L?beck, brachte dem Bundespr?sidenten bei dem Spaziergang hingegen die besondere Situation der Veranstaltungsbranche im L?becker Raum n?her und zog sp?ter ein positives Res?mee. ?Aus meiner Sicht ist es eine wunderbare Idee, beim Wandern mit Menschen ins Gespr?ch zu kommen, Sorgen, N?te, aber auch Dankbarkeit zu teilen? erkl?rte Ilona Jarabek. ?Unsere Branche bringt Menschen zusammen und das wollen wir auch bald wieder tun! Perspektiven sind daher f?r uns wichtig. Auch wenn ? wie bei meinen Kollegen ? der Fachkr?ftemangel eine besondere Herausforderung f?r uns werden wird, bleiben wir optimistisch.?
Mit verschiedenen Wanderungen m?chte der Bundespr?sident in diesem Fr?hsommer die Menschen ermuntern, wieder das Gespr?ch miteinander zu suchen, vor allem dort, wo in der Pandemie Gr?ben entstanden sind. Der Bundespr?sident sagt: ?Die Wunden der Pandemie zu heilen, das wird l?nger dauern. Es ist Zeit, wieder zueinanderzukommen und alte Bande neu zu kn?pfen. Wenn wir wieder n?her zusammenkommen wollen, dann m?ssen wir gehen, gemeinsam gehen, Schritt f?r Schritt.??

Keywords:DEHOGA L?beck

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