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Wie Fische im Wasser – zeitgenössische Kunst am Ortasee

Come pesci nell“acqua – wie Fische im Wasser – unter diesem Titel pr?sentiert sich zeitgen?ssische Kunst in diesen Wochen (5. Juni bis 18. Juli 2021) am Ortasee – dem kleineren Nachbarn des Lago Maggiore. Villa Nigra in Miasino, Palazzo Tornielli in Ameno und der kleine Tempel im dazugeh?rigen Landschaftspark bieten der Schau einen stilvollen Rahmen.

Das Spektrum der ausgew?hlten Arbeiten ist breit gef?chert – es reicht von Fotografie, ?ber Klang- und Video-Installationen bis hin zu Keramik und Kompositionen aus unkonventionellen Materialien wie Bl?tter, Dornen und Alltagsgegenst?nden. Wasser ist das Element, das die Werke der 15 K?nstlerinnen und K?nstler verbindet. Die Kunstschaffenden haben das Wasser fotografiert, gefilmt, gemalt, plastisch in Form gebracht oder als das, was es ist, in die Ausstellung gebracht – einfach als Wasser. Giorgio Verzotti, Kunstkritiker, Dozent an der renommierten Universit? Cattolica in Mailand und Kurator der Schau, hat Umgebung und Werke in eine besondere Beziehung gebracht, ganz so, als sei die Ausstellung ein Dialog zwischen den Orten und der Kunst. Einige Werke wurden eigens f?r die Pr?sentation am Lago d“Orta geschaffen. Sie nehmen Bezug auf die Besonderheiten dieses Gew?ssers und reflektieren seine Geschichte.

Der Ortasee, rund 20 Kilometer westlich vom Lago Maggiore gelegen, ist der westlichste der italienischen Gletscherseen. Gut 13 Kilometer lang und im Durchschnitt etwa 2,5 Kilometer breit ist er nicht besonders gro?, bezieht aber ein betr?chtliches Volumen aus der Tiefe. Bis zu 143 Meter liegen an seiner tiefsten Stelle zwischen Oberfl?che und Grund, was den Lago d“Orta im Hinblick auf die Wassermenge zum siebtgr??ten See Italiens macht. In der Mitte des Sees liegt die Isola San Giulio – schon seit dem 4. Jahrhundert ein Hort des Christentums, der sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem beachtlichen Verteidigungsbollwerk entwickelte.

Heimat von Alessi, Bialetti & Co

Lange hatte man in der schwer zug?nglichen Gegend wenig Kontakt mit der Welt jenseits der nahen Berge. Steile H?nge, die sich nahe dem Ufer erheben, haben das Wachstum der See nahen Siedlungen gebremst. Als sich im fr?hen 19. Jahrhundert, angelockt von den dortigen Bodensch?tzen, Metallarbeiter in der Ortasee-Region niederlie?en, entwickelte sich Omegna am Nordufer des Lago d“Orta allerdings zu einem Zentrum der italienischen Haushaltswarenindustrie. Bekannte Firmen wie Alessi, Bialetti und Lagostina haben hier ihre Wurzeln. Ihre Stores und Outlets sind beliebte Touristenziele. Ihren H?hepunkt erreichte die Haushaltswarenproduktion am Lago d“Orta in den 1970er Jahren. Sp?ter zwangen Globalisierung und steigender internationaler Wettbewerbsdruck die Firmen dazu, Produktionsst?tten in anderen Teilen der Welt zu er?ffneten und dort den L?wenanteil ihrer Waren herzustellen. F?r den See, ein beliebtes Ruder- und Kajakrevier, hatte die Abwanderung der Industrie durchaus positive Folgen. Das Wasser hat heute wieder ausgezeichnete Badequalit?t.
Als Zeugen vergangenen Epochen thronen Villen und Palazzi an den Ufern oder in Hanglage mit Traumpanorama. Ende des 16. Jahrhunderts als Landsitz f?r eine Adelsfamilie gebaut, geh?rt die Villa Negri in Miasino zu den architektonischen Juwelen. Mehrmals wurde das Renaissanceschmuckst?ck erweitert und umgestaltet – zuletzt Anfang des 20. Jahrhunderts vom Turiner Architekten Carlo Nigra. Weil dieser das Anwesen schlie?lich kaufte, tr?gt die Villa heute seinen Namen.

Neue Kunst in alten R?umen

Um das architektonische Erbe f?r die Zukunft zu erhalten, brauchte es neue Nutzungskonzepte – und hier kommt die Kunst ins Spiel. Mit Come pesci nell’Acqua wird die Reihe der Ausstellungen fortgesetzt, zu der die Gemeinde Miasino Kunstinteressierte in den einstigen Adelssitz l?dt. Der zweite Ausstellungsort, Palazzo Tornielli in Ameno, ist vor allem wegen seines Landschaftsparks mit jahrhundertealten B?umen eine Attraktion. Vor einigen Jahren wurde der Park in seinen Originalzustand zur?ckversetzt. Besucher bezaubert er nun auch wieder mit seinen neogotischen Architektureinsprengseln – ein Tempel, ein mit Fresken ausgestalteter Turm, ein dickwandiger Eiskeller. Derlei kam gut an bei den illustren G?sten, die hier im vorvorigen Jahrhundert rauschende Sommerfeste feierten.

Die Ausstellung Come pesci nell’Acqua ist bis zum 18. Juli donnerstags bis sonntags von 15 bis 18.30 Uhr ge?ffnet, der Eintritt ist kostenfrei. Weitere Informationen ?ber die Region: www.visit-lakemaggiore.com/de

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